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Grundlagen

Metallkarte gravieren lassen — was geht und was nicht

Welche Verfahren es gibt, welche Details im Metall überleben, und wo die Grenzen liegen. Auch bei den Karten, die man nicht gravieren darf.

· 6 min

„Gravur“ bezeichnet drei völlig verschiedene Verfahren, die unterschiedlich aussehen, unterschiedlich lange halten und unterschiedlich viel kosten. Wer eine Metallkarte gravieren lassen will, sollte den Unterschied kennen, bevor er vergleicht.

Die drei Verfahren

  • Faserlaser-Markierung. Ein Laser bei 1064 nm wird vom Metall absorbiert und trägt die oberste Schicht ab. Ergibt eine matte Vertiefung von 0,02 bis 0,05 mm. Feinste Linie etwa 0,08 mm. Das Standardverfahren für Karten.
  • Tiefengravur. Derselbe Laser, mehrere Durchgänge, bis 0,15 mm. Fühlbar mit dem Fingernagel, deutlich teurer, und nicht jedes Motiv verträgt es.
  • Druck und Siebdruck. Sitzt auf der Oberfläche statt darin. Erlaubt Farbe, nutzt sich aber ab. Streng genommen keine Gravur.

CO₂-Laser funktionieren auf blankem Metall nicht — die Wellenlänge wird reflektiert. Wer sie einsetzt, arbeitet mit Markierpaste, und das Ergebnis ist eine dünne Beschichtung, keine Gravur.

Was im Metall überlebt

Der häufigste Grund für ein enttäuschendes Ergebnis ist eine Vorlage, die für Papier gezeichnet wurde. Im Metall gilt:

  • Linien unter etwa 0,08 mm laufen zu. Feine Serifen und Haarlinien verschwinden.
  • Verläufe existieren nicht. Der Laser kennt Ein und Aus, keine Zwischentöne. Was aussieht wie ein Grauwert, ist ein Raster.
  • Farbe geht verloren. Ein Logo mit fünf Farben wird zu einer Form.
  • Negativflächen brauchen Abstand. Zwei Linien, die sich im Druck fast berühren, verschmelzen im Metall zu einer.

Deshalb zeichnen wir eingereichte Grafiken als Vektoren neu und passen die Strichstärken an, statt sie unverändert an den Laser zu geben. Vor dem ersten Schnitt bekommen Sie einen Korrekturabzug.

Das häufigste Problem ist nicht die Maschine. Es ist eine Vorlage, die für Papier gedacht war.

Materialien und Oberflächen

Edelstahl 316L ist der Standard: korrosionsbeständig, formstabil, sauber markierbar. PVD-Beschichtungen in Schwarz oder Graphit sind keramische Schichten, die im Vakuum aufgebracht werden — der Laser schneidet hindurch auf das helle Metall darunter, was den stärksten Kontrast überhaupt ergibt. Lack würde an dieser Stelle absplittern.

Was nicht graviert werden darf

Zwei Fälle lehnen wir grundsätzlich ab, und zwar ohne Diskussion.

  • Amtliche Dokumente. Personalausweise, Gesundheitskarten, Aufenthaltstitel, Führerscheine. Deren Veränderung fällt unter Urkundenfälschung — §§ 267, 275, 281 StGB — und hat mit einer Visitenkarte nichts zu tun.
  • Fremde Karten. Eine Karte, deren namentlicher Inhaber Sie nicht sind, bearbeiten wir nicht. Bei Firmenkarten brauchen wir eine schriftliche Freigabe des Unternehmens.

Woran man ein gutes Ergebnis erkennt

  • Die Kanten sind entgratet und gefast — man erkennt es daran, dass die Karte beim Durchziehen zwischen den Fingern nicht hakt.
  • Die Bürstung läuft in eine Richtung und ist nicht unterbrochen.
  • Die Gravur hat überall dieselbe Tiefe. Unter streifendem Licht sieht man sofort, wenn nicht.
  • Der Eckenradius ist gleichmäßig. 3,18 mm ist der Normwert für das Format 85,6 × 54 mm.

Quellen